Calendar – autocreated

Nov
12
Di
LA­ZA­RUS @ Schauspielhaus
Nov 12 um 19:30 – 21:30

„Look up here, I’m in heaven, I’ve got scars that can’t be seen …“

„David Bowie [ist] der Teiresias des Pop, ein blinder Seher. Aus seiner Matratzengruft schwebend, halluziniert er wie in der Zeitschmelze sein jüngeres Ich, reist fort zum ‚Black Star‘ und exorziert den eigenen Tod, um eine andere Form von Ewigkeit zu erlangen“, beschreibt der „Spiegel“ Bowies letztes Musikvideo, zum Song „Lazarus“. Verewigt hat Bowie sich auch in seinem gleichnamigen Musical, dessen New Yorker Uraufführung er kurz vor seinem Tod im Januar 2016 noch erlebte. Auch hier geht es um Tod, Vergehen und Auferstehen, und wiederum spielt er mit Facetten seiner Persönlichkeit und der Kultfigur Bowie.

Gemeinsam mit dem irischen Dramatiker Enda Walsh und entlang von eineinhalb Dutzend Songs (darunter Welthits wie „Absolute Beginners“, „Heroes“ oder „This is not America“) erzählt er eine Geschichte, die sich lose an Nicolas Roegs „Der Mann, der vom Himmel fiel“ orientiert. In dem kühlen Science-Fiction-Film spielte Bowie 1976 in all seiner entrückten, alters- und geschlechtslosen Extravaganz den Außerirdischen Thomas Jerome Newton, der auf die Erde kommt, um seinen verdurstenden Heimatplaneten zu retten. Mit Patenten zur Energiegewinnung entwickelt er sich zunächst zum Gatsbyesk weltfremden Millionär, um schließlich Opfer von Intrigen und medizinischen Experimenten zu werden, die ihn erblinden lassen und seine Hoffnung auf eine Rückkehr endgültig zerstören. Er erlebt Verrat, Liebe und Verlust, kommt sich selbst abhanden in einer Welt, deren Regeln er – auch emotional – nicht begreift.

Hier setzt die Handlung von „Lazarus“ ein. Gefangen auf der Erde wird ein verbitterter Newton von Dämonen seiner Vergangenheit gequält und betäubt sich mit Gin. Seine Unsterblichkeit ist ihm lästig und er sehnt sich nach Erlösung. Als ein Mädchen auftaucht, eine Verlorene wie er, schöpft er neue Hoffnung: Wird er mit ihrer Hilfe die Welt doch noch verlassen können?

Eine abgründig verrätselte Meditation über den Tod als ungelebtes Leben, randvoll mit Bowie-Klassikern.

Nov
13
Mi
DER SANDMANN @ Schauspielhaus
Nov 13 um 19:30 – 21:05

Der Sandmann ist ein böses Wesen, das Kindern, die nicht schlafen wollen, solange Sand in die Augen streut, bis diese blutig aus ihren Hohlen springen. Der junge Nathanael, der diese Geschichte jeden Abend vor dem Einschlafen erzählt bekommt ist überzeugt: der Sandmann kommt auch zu ihm ins Haus. In der Gestalt des Advokaten Coppelius hat er mit dem Vater heimliche alchemistische Experimente durchgeführt und diesen dabei getötet. Doch seine Angst wird als kindische Spinnerei abgetan. Erwachsen und mit der vernünftigen Clara verlobt, scheint Nathanael sein Trauma überwunden zu haben. Doch dann taucht eines Tages ein Mann an seiner Tür auf, in dem er mit Erschrecken den Sandmann erkennt. Das Märchen wird erneut Realität, aber auch diesmal glaubt ihm niemand. Und so erlebt Nathanael sich mehr und mehr als getrennt von der Welt, in der er lebt, und den Menschen, die er liebt. Die Realitäten verschieben sich traumhaft, verzweifelt versucht er, sein Erleben wieder mit der von den Anderen behaupteten Wirklichkeit überein zu bringen. Da begegnet er Olimpia, von der er weiß, dass sie nur eine Maschine ist und die ihn doch als Einzige zu verstehen scheint.

E.T.A. Hoffmanns Erzählung ist ein Klassiker der dunklen Romantik und eröffnet einen Kosmos zwischen Realität und Traum, Sehnsucht und Wahn, dessen Bilderreichtum wie für das Theater geschaffen ist. Entstanden in einer Zeit, in der die Vernunft gerade zum Höchsten aller Maßstäbe erklärt worden war, stellt sie der Ratio das Unerklärliche und Wundersame gegenüber und lässt beides unauflösbar ineinanderfließen. „Der Sandmann“ ist eines der bekanntesten „Nachtstücke“ des Autors, eine Gespenstergeschichte über dunkle Mächte, die uns ins Verderben stürzen. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der dem Wahnsinn anheimfällt. Und es ist eine Geschichte, die der Frage nachgeht, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht. Denn in einer durchrationalisierten, technisierten und standardisierten Welt – wo hört da der Mensch auf und wo fängt die Maschine an?

Nov
15
Fr
DIE BESESSENEN @ Schauspielhaus
Nov 15 um 19:30 – 21:10

Mit harter Hand regieren Pentheus und seine Mutter Agaue das Land. Klare Definitionen prägen ihr Denken und Handeln: Mann ist Mann und Frau ist Frau, die Geschlechterlinie trennt die Gesellschaft in zwei Klassen. Dionysos ist das Dazwischen, das Undefinierbare, der die das hier keinen Platz hat. Doch wer denkt, mit Regeln und Bestimmungen das Unbewusste kontrollieren zu können, hat seine Rechnung ohne den Gott und seine Mänaden gemacht. Gemeinsam spielen sie ein ebenso lustvolles wie perfides Spiel mit den unterdrückten Fantasien und Sehnsüchten der Herrschenden, das in ein brutales Finale mündet. Die Inszenierung kreiert eine eigene Version der großen antiken Tragödie und bedient sich dabei der ebenso klaren wie poetischen Übertragung des Dramatikers Roland Schimmelpfennig.

Nov
16
Sa
FASZINATION THEATER – FÜHRUNG IM OPERNHAUS @ Opernhaus
Nov 16 um 13:00 – 14:30

Sie interessieren sich für die Geschichte des Nürnberger Opernhauses und dafür, wie es vor und hinter den Kulissen aussieht? Sie möchten gern einmal einen Blick von der Bühne oder der Beleuchtungskabine in den Zuschauerraum werfen? Sie möchten erfahren, wie und wo überall Handwerk und Handarbeit ausgeführt wird und sich so zum Beispiel zwischen tausenden von Kostümen wie in einem riesigen begehbaren Kleiderschrank fühlen? Dann ist eine Führung durch das Nürnberger Opernhaus genau das Richtige für Sie. In den eineinhalb bis zwei Stunden erfahren Sie alles von A wie Architektur bis Z wie Zuschauerraum und noch so einiges mehr …

Treffpunkt für die Führungen ist die Kassenhalle im Opernhaus.

Aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl empfehlen wir einen Kartenkauf vorab.

Die öffentlichen Führungen sind nicht barrierefrei. Für weitere Informationen zu individuellen barrierefreien Führungen wenden Sie sich bitte an fuehrungen@staatstheater.nuernberg.de oder die Staatstheater-Hotline.

DON CARLOS @ Opernhaus
Nov 16 um 19:00 – 22:35

Libretto von Joseph Méry und Camille du Locle nach Friedrich Schiller

In französischer Sprache mit dt. und engl. Übertexten

König Philipp von Spanien herrscht vom Escorial aus über die halbe Welt. Doch im Inneren seines finsteren Palasts entgleiten ihm die Fäden der Macht. Sein Sohn Carlos kann sich nicht damit abfinden, dass ihm der Vater seine Verlobte Elisabeth weggeheiratet hat. Die rebellischen Flamen sind nur mit Gewalt zu beherrschen. Und nun kommt auch noch der Marquis von Posa an den Hof und erklärt dem König die universale Gültigkeit der Menschenrechte. Philipp schwankt, doch die Kirche fängt ihn auf. Der Großinquisitor bereitet allen Intrigen ein gnadenloses Ende. Verdis Grand-opéra „Don Carlos“ verschmilzt Privates und Politisches, bis es untrennbar und ununterscheidbar wird.

I LOVE YOU, TURKEY! (DSE) @ Kammerspiele
Nov 16 um 19:30

In einem Waschsalon begegnen sich fünf junge Leute, die auf ganz unterschiedliche Weise die Sorge um politische und gesellschaftliche Zustände in ihrer Heimat umtreibt. Sie sind diejenigen, die am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, in der Türkei zu bleiben, anstatt sie – wie viele ihrer Generation – zu verlassen. In zunehmend aufgeheizter Atmosphäre spiegeln ihre Gespräche die aktuelle unklare Lage des Landes. Birgt das Chaos eine Chance für die Zukunft? Ceren Ercans kraftvoller Bühnenessay, ein Highlight des Internationalen Theaterfestivals in Istanbul 2017, erzählt so wütend wie lustvoll von der Schwierigkeit, das eigene Land zu lieben.

Nov
17
So
EINE KURZE GE­SCHICH­TE DER BE­WE­GUNG (UA) @ Kammerspiele
Nov 17 um 19:00 – 20:45
Frauen sind überlegt und sanft, manchmal auch hysterisch und sie sind sehr einfühlsam. Männer sind triebhaft und stark, sie weinen nicht, nur ganz selten jedenfalls, sie kämpfen gerne – und ohne eine Erektion sind sie nichts.
Nimmt man die Idee ernst, dass Geschlecht etwas Menschengemachtes ist, dann muss es den Menschen möglich sein, es zu verändern. Dann kann Männlichkeit plötzlich etwas ganz anderes bedeuten. Dann können wir unsere angebliche Natur überwinden und eine utopische Welt schaffen ohne Sexismus, Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt. Aber ist das so ohne Weiteres möglich? Oder gilt es womöglich, einen natürlichen Wesenskern des Männlichen und Weiblichen gegen seine gewaltsame Auslöschung zu verteidigen?In einer nahen Zukunft hat eine feministische Bewegung ein gesamtgesellschaftliches Umerziehungsprogramm ins Leben gerufen. Einst eine Terrororganisation im Stile der RAF, betreiben die Aktivistinnen nun sogenannte „Institute“, Schnittstellen zwischen Idealen und ihrer Umsetzung, in denen Männer und Frauen fit gemacht werden für die „Neue Welt“. Eine gerechte Welt, in der keine Frau mehr Belästigung und Unterdrückung fürchten muss, in der Äußerlichkeiten keine Rolle mehr spielen und der Sex befreit von aller oberflächlichen Triebhaftigkeit der tiefste Dialog zweier Seelen ist. Medienkampagnen inklusive Merchandising kommen dabei ebenso zum Einsatz, wie absurde Masturbationsrituale – und Elektroschocker.In ihrem neuesten Text „Eine kurze Geschichte der Bewegung“ wirft die tschechische Erfolgsautorin Petra Hůlová einen ebenso satirisch überspitzten wie kontroversen Blick auf die Sexismusdebatte unserer Tage, der Extremismus und stumpfen Biologismus gleichermaßen ad absurdum führt und sich zugleich an der ewigen Frage entlang hangelt, welche Mittel der Zweck einer besseren und gerechteren Welt heiligen kann.

LIEDER IM GLUCK @ Gluck-Saal
Nov 17 um 20:00 – 22:00

Lieder und Duette von Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy, Gabriel Fauré, Alexander Zemlinsky, Béla Bartók und Maurice Ravel

Nov
22
Fr
DON CARLOS @ Opernhaus
Nov 22 um 19:00 – 22:35

Libretto von Joseph Méry und Camille du Locle nach Friedrich Schiller

In französischer Sprache mit dt. und engl. Übertexten

König Philipp von Spanien herrscht vom Escorial aus über die halbe Welt. Doch im Inneren seines finsteren Palasts entgleiten ihm die Fäden der Macht. Sein Sohn Carlos kann sich nicht damit abfinden, dass ihm der Vater seine Verlobte Elisabeth weggeheiratet hat. Die rebellischen Flamen sind nur mit Gewalt zu beherrschen. Und nun kommt auch noch der Marquis von Posa an den Hof und erklärt dem König die universale Gültigkeit der Menschenrechte. Philipp schwankt, doch die Kirche fängt ihn auf. Der Großinquisitor bereitet allen Intrigen ein gnadenloses Ende. Verdis Grand-opéra „Don Carlos“ verschmilzt Privates und Politisches, bis es untrennbar und ununterscheidbar wird.

Nov
23
Sa
FASZINATION THEATER – FÜHRUNG IM OPERNHAUS @ Opernhaus
Nov 23 um 13:00 – 14:30

Sie interessieren sich für die Geschichte des Nürnberger Opernhauses und dafür, wie es vor und hinter den Kulissen aussieht? Sie möchten gern einmal einen Blick von der Bühne oder der Beleuchtungskabine in den Zuschauerraum werfen? Sie möchten erfahren, wie und wo überall Handwerk und Handarbeit ausgeführt wird und sich so zum Beispiel zwischen tausenden von Kostümen wie in einem riesigen begehbaren Kleiderschrank fühlen? Dann ist eine Führung durch das Nürnberger Opernhaus genau das Richtige für Sie. In den eineinhalb bis zwei Stunden erfahren Sie alles von A wie Architektur bis Z wie Zuschauerraum und noch so einiges mehr …

Treffpunkt für die Führungen ist die Kassenhalle im Opernhaus.

Aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl empfehlen wir einen Kartenkauf vorab.

Die öffentlichen Führungen sind nicht barrierefrei. Für weitere Informationen zu individuellen barrierefreien Führungen wenden Sie sich bitte an fuehrungen@staatstheater.nuernberg.de oder die Staatstheater-Hotline.